Day #150


Du und ich und wir alle

(Rebellenvögel)


Zwei liebe und böse Rebellenvögel.

Wir begegneten uns.

Nun bist Du der liebe,

doppelflügelige Vogel,

und ich der böse Rebell.


Du engelhafte Vogelfrau,

Du teuflische Engelin,

Du engelsgleiche Beschützerin

und teufelhafte Verfolgerin.

Gib mir meine Flügel zurück.


Ein Vogel ohne Flügel bin ich,

und kann ein Vogel gut leben ohne Flügel?

Herzzerreißende Sehnsucht nach der Freiheit,

die ich gerochen habe.

Nun will ich ein Rebellenzugvogel sein.


Ach, Du merkst es doch.

Du zerreißt mich und

stärkst mich doch.

Bitte. Gib mir meine Flügelfreiheit.

Ein Vogel mit Flügeln kann sich auch niederlassen.


Kampf der Rebellenvögel.

Eine nicht heilende Wunde,

diese abgeschlagenen Flügel.

Eine bleibende Narbe genügt, ohne Schmerz.

Verbunden sind wir dann noch immer, keine Angst.


Rebellenvögel waren wir.

Gemeinsam flogen wir.

Rebellenvögel waren wir.

Gemeinsam kämpften wir.

Auch gegeneinander.


Lasst uns alle soche Rebellenvögel sein

und unserem Rebellenvogel folgen.

Eine zeitlang gemeinsam fliegen.

Trotzdessen, daß jeder schlußendlich

allein ist.


Eigenwesen in Gemeinsamkeit.

Das ist der Sinn, Liebste.

Hilf mir, Engel.

Ich möchte wieder ein liebböser Rebellenvogel sein

mit unbeschnittenen Flügeln.


Dann fliege ich durch die Welt,

flügelfrei,

brieftaubengleich

und gekennzeichnet

durch Deinen Ring.